Zunft am Stadtbach

Unser Zünfter Thomas Scheiber und seine Frau Sonja feiern gemeinsam mit den Mitarbeitenden "100 Jahre E.Widmer AG"

Zünfter besuchen Zünfter

Am vergangenen Mittwoch herrschte grosser Andrang bei der EWAG. Sonja und Thomas Scheiber hatten zur Besichtigung der Sonderausstellung „100 Jahre E.Widmer AG“ im Museum Suhr mit anschliessendem Nachtessen geladen. Der Zunftanlass mit Partnerinnen und Partnern fand erfreulich viel Interesse. Es wurde richtig eng in den Lagerräumlichkeiten der E.Widmer AG.

Nach der Begrüssung durch des Gastgeberehepaar sowie einer kurzen Instruktion über den Verlauf des Abends richtete Zunftmeister Tom Huber das Wort an die Anwesenden. In seiner Rede spannte er den Bogen 100 Jahre zurück in die Vergangenheit und bemerkte, wie sehr sich das Handwerk in dieser Zeit in der westlichen Welt verändert hat und sich noch immer verändert. Dabei  legte er das Augenmerk insbesondere auf die Kunst im Allgemeinen. Er erwähnte den Impressionismus, den Postimpressionismus und den Übergang zum Kubismus. All diese Strömungen, stellte der Zunftmeister klar, unterscheiden sich im Stil, haben aber eines gemeinsam: handwerkliche Qualität als Grundlage jeder Erneuerung.  Und genau dies spiegelt auch ein Zunftbetrieb wider: Tradition ist das Fundament, Können das Werkzeug, und Offenheit für Neues sichert die Zukunft. Unter grossem Applaus der Anwesenden überreichte der Zunftrat den Jubilaren eine Replika (oder war es doch das Original, wie der Zunftmeister in einer süffisanten Geschichte versicherte!) des Werks Les Trois Danseuses von Pablo Picasso. Dieses Gemälde hat der Künstler im Juni 1925, also zur Zeit der Firmengründung der E.Widmer AG, erstellt und zeigt somit eindrücklich die Errungenschaften des Suhrer Unternehmens.

Sonderausstellung im Museum Suhr

Gut gelaunt und bereits in etliche Gespräche vertieft ging es gut geschützt unter Schirmen und Kapuzen ins nahe gelegene Museum Suhr. Sonja Scheiber erörterte den Anwesenden eindrücklich und höchst kurzweilig die Geschichte der Gründer und aller Nachfolger bis zu ihrem Mann und sich selbst.

Dabei erfuhren die Anwesenden, dass neben Emil Widmer seine Frau Elsa durchaus als treibende Kraft in geschäftlichen Dingen genannt werden muss. Sie leitete die Firma bereits nach kurzer Zeit. Dies umfasste neben der Akquise bis zur Abrechnung auch das gesamte Personalwesen. Elsa war Geschäftsfrau durch und durch. Zuhause sorgte ein Kinder- bzw. Dienstmädchen für den Haushalt und die Erziehung der Kinder.

Ein abrupter Wechsel in der Firma erfolgte 1966, als Emil im Alter von 65 Jahren unerwartet verstarb. Sohn Bernhard, der eigentlich andere Lebenspläne hatte, übernahm im Alter von 27 Jahren auf Geheiss der Mutter die Firma. Trotz Rezession gelang es Bernhard, die E.Widmer AG erfolgreich zu führen. Seine unternehmerische Weitsicht und sein grosszügiges Denken begleiten die EWAG auch heute noch bei Entscheidungen, wie Sonja Scheiber eindrücklich festhielt.

Am 30. Dezember 2000 verstarb der Verwaltungsratspräsident und Firmeninhaber Bernhard Widmer im Alter von 60 Jahren überraschend. Bruno Scheiber, der bereits seit 1995 als Geschäftsführer angestellt war, übernahm im Jahr 2001 als Hauptaktionär die Leitung der EWAG und führte sie ins neue Jahrtausend. Im Jahr 2007 begann unser Zünfter Thomas Scheiber als Hilfsmonteur auf verschiedenen Baustellen der EWAG zu arbeiten. Danach wechselte er ins administrative Büro und bildete sich kontinuierlich zum Betriebswirtschafter weiter. 2012 wurde er Mitglied im Verwaltungsrat und 2017 übergab Bruno seine Aktien an Sonja und Thomas Scheiber.

Mit diesem Wissen ging es zur Sonderausstellung im oberen Stock. Es gab viel zu bestaunen, fragen und diskutieren. Anhand der ausgestellten und den Zünftern bestens bekannten Telefonapparate konnte durchaus auf  unterschiedliche Generationen innerhalb der Zunft geschlossen werden. Wobei die Bedienung der Wählscheiben allen durch Eigengebrauch geläufig war.

Geselligkeit in bester Zunftmanier

Zurück im Zunftbetrieb durften sich die Anwesenden über eine reichhaltige Verköstigung freuen, die von den Gastgebern Sonja und Thomas grosszügig organisiert und offeriert wurde. Neben dem Jubiläumsbier der EWAG (ausnahmsweise musste es nicht „Öises Bier“ sein) stach vor allem auch Alt-Zunftmeister Speck beim Tranchieren des Beinschinkens heraus. Die folgenden Stunden waren geprägt von fröhlichem Beisammensein und intensiven Gesprächen. So, wie es sich für ein zünftisches Treffen gehört. Sogar ein Geburtstagsständchen für den Partner einer Zünfterin wurde angestimmt. Die persönliche Präsenz an solch einem Tag gereicht der zünftischen Gemeinschaft wahrlich zur Ehre.

Die herzliche Einladung von Sonja und Thomas sowie die äusserst erfreuliche Zunftbeteiligung machten diesen Anlass zu einem vollen Erfolg. 

Weitere Impressionen sind im internen Zunftbereich zu finden.

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