Atelier Besichtigung bei Hansruedi Steiner
Bei strahlendem Frühlingswetter durfte unsere Zunft einen ganz besonderen Anlass erleben: Wir waren zu Gast bei Susanne und Hansruedi Steiner in ihrer eindrucksvollen Landhausvilla am Fusse des Galgenhügels in Aarau. Das Anwesen, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1610 zurückreichen, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Einst als sogenanntes „Henkershaus“ genutzt, wurde es über die Jahrhunderte stetig erweitert und liebevoll ausgebaut – unter anderem um einen stilvollen Salon, der um 1910 entstand.
Eingebettet in eine weitläufige, parkähnliche Gartenlandschaft, die in ihrer Atmosphäre an die eleganten Szenerien aus den Romanen von Jane Austen erinnert, bot sich uns eine einmalige Kulisse für Kunst und Begegnung.
Im Mittelpunkt stand das künstlerische Schaffen von Hansruedi Steiner. Seine Werke – geprägt von fein gearbeiteten Holzstrukturen, organischen Formen und komplexen Arabesken – zeugen von grosser handwerklicher Präzision und einer tiefen gestalterischen Vision. Besonders eindrücklich war die Vielfalt der verwendeten Materialien, von weichem Lindenholz bis hin zu edlen Harthölzern, Pergament und verschiedenen Textilien.
Die Laudatio hielt Monika Maurer, die den Künstler seit über zwei Jahrzehnten begleitet. In ihrer persönlichen und kenntnisreichen Ansprache würdigte sie nicht nur Steiners Entwicklung, sondern gab auch Einblicke in seinen kreativen Prozess: von der ersten Idee über die bildhafte Vorstellung bis hin zur Umsetzung in filigranen, oft skulptural wirkenden Formen. Sie erinnerte zudem daran, dass Hansruedi Steiner bereits mehrfach an ihren renommierten Kunstevents teilgenommen hat.
Ergänzend führte Hansruedi Steiner die Zunft persönlich durch sein Atelier, den weitläufigen Garten und das ehemalige Hühnerhaus, das heute als Galerie dient. Mit spürbarer Leidenschaft erklärte er seine Arbeitsweise, zeigte Zwischenstufen seiner Werke und gab Einblicke in die Entstehung seiner charakteristischen Formen. Die grosszügig gestaltete Gartenlandschaft war ebenso wie die Innenräume reich bestückt mit seinen Skulpturen – überall fanden sich überraschende Installationen, die sich harmonisch in die Umgebung einfügten. Das Hühnerhaus präsentierte sich dabei als wahre Schatzkammer seines Schaffens: dicht gefüllt mit Objekten verschiedenster Grössen und Materialien, die den Besuch zu einem inspirierenden Rundgang durch seine künstlerische Welt machten.
Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: Unser Alt- Zunftmeister Peter Speck bereitete aus frischem Spargel – gestochen direkt aus dem Garten der Gastgeber – ein köstliches Spargelrisotto zu. In geselliger Runde, bei angeregten Gesprächen und einem Glas Wein, wurde am stattlichen Marmortisch über Kunst, Handwerk und die besonderen Eindrücke dieses Tages diskutiert.
Dieser Anlass wird uns nicht nur wegen der eindrucksvollen Kunstwerke, sondern auch aufgrund der herzlichen Gastfreundschaft und der einzigartigen Atmosphäre in bester Erinnerung bleiben.
Weitere Impressionen sind im internen Zunftbereich zu finden.