Zunft am Stadtbach

Die Abteilung Kultur der Stadt Aarau empfängt die Zunft am Stadtbach

Besuch des Kunstdepots Aarau und Informationen der Abteilung Kultur anlässlich des Frühlingsanlasses der Zunft am Stadtbach.

Aarau liebt und lebt Kultur

Das diesjährige Jahresprogramm der Zunft am Stadtbach Aarau trägt den Namen «Kunst und Innovation». Folgerichtig führte der Frühlingsanlass ins Kunstdepot der Stadt Aarau, welches sich im Feuerwehrmagazin an der Erlinsbacherstrasse befindet. Empfangen wurden die Anwesenden von Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker, welcher die Zunft einleitend begrüsste, sowie Melanie Morgenegg, Leiterin Abteilung Kultur, und Anna Leibbrandt, Kunstverantwortliche, welche beide den Anlass gestalteten.

In Aarau gibt es ein vielfältiges kulturelles Angebot. Neben etablierten Institutionen wie die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum, die Bühne Aarau in der Alten Reithalle, das Theater Tuchlaube und das Aargauer Kunsthaus bereichern auch kleinere Initiativen das kulturelle Leben der Stadt. Dazu zählen unter anderem die Konzertreihe Sonaare sowie der Kinderfilmclub Zauberlaterne. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine lebendige freie Kulturszene. Wer gerne ausgeht und Veranstaltungen besucht, findet im KIFF, im Jugendkulturhaus Flösserplatz oder beim Festival Musig i de Altstadt attraktive Möglichkeiten.

Seit 2019 bilden das Stadtmuseum, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv sowie die Kulturstelle die Abteilung Kultur.  Die Abteilung Kultur der Stadt Aarau ist selbst nicht veranstaltend tätig. Die Stadt Aarau unterstreicht mit dieser Abteilung die Bedeutung des kulturellen Schaffens und fördert dieses. 

Projekte der Abteilung Kultur

Melanie Morgenegg präsentierte die mannigfaltigen Aufgaben und Themenschwerpunkte der Abteilung Kultur. Dazu gehört die Begleitung von Projekten im Kulturbereich (auch in baulicher Hinsicht), die Förderung und Vermittlung, Austauschformate wie den Kulturapéro und den Kulturgipfel sowie die kulturpolitische Vertretung und die Betreuung der städtischen Kunstsammlung und Kunstplakatierung.

Umsetzung Massnahmen aus der Kulturstrategie 2023 – 2030

Im Mittelpunkt des Vortrags von Melanie Morgenegg standen zwei zentrale Projekte. Einerseits die Erarbeitung der neuen Stadtgeschichte Aarau sowie die Bewerbung Aaraus als Kulturhauptstadt der Schweiz im Jahr 2030.

Morgenegg wies darauf hin, dass die heutige «Geschichte der Stadt Aarau» 1978 erstellt wurde. Somit fehlen nicht nur die letzten 48 Jahre, sondern es wurden auch verschiedene Aspekte wie Wirtschaft, Gesellschaft und Migration nicht oder unvollständig behandelt. Gerade die Rolle der Frauen wurde, historisch bedingt, bei solchen Erzeugnissen oft zu wenig beleuchtet. Zudem erklärte sie, dass eine zeitgemässe Umsetzung heutzutage interdisziplinär erfolge und nicht im „stillen Kämmerchen“ durch Einzelpersonen ausgearbeitet würde. So wird die neue Publikation auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen durch 27 Autorinnen und Autoren erstellt werden. Sie soll zwei Bände nach Zeitabschnitten enthalten und 2028 erscheinen – so das Ziel der Abteilung Kultur. Zudem wird das Werk auch mit Kurzausstellungen im Stadtmuseum, Quartiersgeschichten, Kurzfilmen, Podcasts und weiteren zeitgemässen Kommunikationsformen begleitet. Kunstführer, Baukulturtafeln und neue Schulmaterialien runden das Gesamtprojekt ab.

Aarau – Kandidatin Kulturhauptstadt Schweiz 2030

Aarau bewirbt sich um den Titel als «Kulturhauptstadt der Schweiz» 2030. Dieser Preis wird in 3 Jahren zum zweiten Mal vergeben, erste Stadt wird im 2027 La-Chaux-de-Fonds. Initiantin ist ein privater Verein aus Bern mit Kontakten zum Bundesamt für Kultur BAK. Aktuell stellen sich neben Aarau auch Thun, Lugano (mit Locarno und Mendriso) sowie Bellinzona dem Wettbewerb.

Melanie Morgenegg konnte aufzeigen, warum die Stadt Aarau eine ausgezeichnete Kandidatur darstellt. Sie gab höchst spannende Einblicke in ein mögliches Programm, welches an dieser Stelle nicht verraten wird.

Der Entscheid der Fachjury findet Anfang Juni statt. Drücken wir der Abteilung Kultur und der ganzen Stadt Aarau die Daumen. Es wäre eine fantastische Chance für die Stadt und Region, sich national zu präsentieren und mittelfristig den Kulturtourismus anzukurbeln.

Das Kunstdepot der Stadt Aarau

Die Stadt Aarau lagert rund die Hälfte ihrer über 1300 Werke umfassenden Kunstsammlung in einem Archivraum beim Feuerwehrmagazin. Die andere Hälfte ist in den Räumlichkeiten der öffentlichen Gebäude und bei Ausstellungen zu sehen. Die Sammlung setzt sich hauptsächlich aus Malereien, Zeichnungen und Grafiken zusammen. Sie umfasst Werke von Kunstschaffenden aus Aarau und Umgebung.

Anna Leibbrandt führte die Zünfterinnen und Zünfter, in ihrer Funktion als Mitarbeiterin Kunstsammlung, in das besagte Kunstdepot an der Erlinsbacherstrasse. Sie erklärte dem interessierten Publikum, welche Massnahmen für eine fachgerechte Kunstlagerung, insbesondere bei Gemälden, nötig sind. Neben archivarischen Überlegungen beinhaltet sie auch die richtigen Umgebungsbedingungen, insbesondere bezüglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Zunftexpedition in Sachen Kunst

Die Kunstsammlung der Stadt Aarau ist rund 100 Jahre alt. Der Ursprung des Ganzen liegt in einem Ansinnen der damaligen Künstlerschaft, die die Stadt aufforderte, sich auch um Kunst und ihre Belange zu kümmern. Die Behörden reagierten noch im selben Jahr mittels eines Fonds. Entgegen dem Ansinnen der Kunstschaffenden wurde jedoch keine Kommission gegründet. Die Angelegenheit wurde direkt dem Stadtrat unterstellt. Nach einigen Wandlungen existiert heute eine Kulturförderkommission, welche die Gesuche im kulturellen Bereich behandelt. Dies umfasst insbesondere die Behandlung von Gesuchen um finanzielle Unterstützung von Kulturprojekten. Ankäufe von Werken gehören aber ebenso dazu. Wie diese Kommission zusammengesetzt ist und wie eine breite Abstützung erreicht wird, erfuhren die Zünfterinnen und Zünfter ebenso von Anna Leibbrandt.

Der Dialog mit den Kulturschaffenden ist Leibbrandt wichtig und dieser funktioniere auch sehr gut. Ein offenes Ohr für die Künsterinnen und Künstler ist der Abteilung Kultur wichtig. 

Anna Leibbrandt vor einer temporär gelagerten Schenkung

Der akute Platzmangel sei ein Problem für die Verantwortlichen. Eine Tatsache, die Leibbrandt gerne auch dem bereits nicht mehr anwesenden Stadtpräsidenten nochmals erörtert hätte, wie sie mit einem Augenzwinkern anmerkte. Man sei jedoch stets daran, Lösungen und zusätzliche Räume zu finden.

Eine Errungenschaft ist die Artothek. Was sonst der öffentlichen Nutzung in der Verwaltung vorbehalten ist, wird hier ins Private erweitert: Die in der Artothek ausgestellten Werke – allesamt aus der städtischen Kunstsammlung – dürfen von Privatpersonen befristet und gegen eine kleine Gebühr für ihr Zuhause ausgeliehen werden. Die Artothek wurde 2021 zur Ausstellung «my home is my castle» in Zusammenarbeit mit dem Forum Schlossplatz entwickelt. Das besondere Angebot erfreut sich grosser Beliebtheit. Entsprechend wird die Artothek im Forum Schlossplatz weitergeführt.

Zunftmeister Tom Huber überreicht Melanie Morgenegg die traditionelle Zunftschindel.

Gemütlicher Ausklang beim Stubenmeister

Zum Abschluss liessen sich die nun bestens informierten Zünfterinnen und Zünfter mit ihren jeweiligen Begleitpersonen in der „SPAGI by Marcello“ bei Speis und Trank verwöhnen. Es galt das soeben Vernommene zu diskutieren und grundsätzlich der Geselligkeit zu fröhnen. Ein weiterer äusserst gelungener Zunftanlass entliess die Teilnehmenden zufrieden in die erstaunlich laue Märznacht.

Garantiert gute Stimmung beim Zunftanlass

Sämtliche Fotos sind wie immer im internen Zunftbereich zu finden.

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